Korfu – Unsere Erfahrungen zwischen Strand, Altstadt und griechischer Küche
Wann nach Korfu reisen? Die beste Reisezeit Monat für Monat

Korfu ist die grünste Insel Griechenlands – und das hat einen Grund. Im Winter regnet es hier mehr als anderswo in Griechenland, was die Insel das ganze Jahr über in sattes Grün taucht. Je nach Monat erlebt man eine sehr unterschiedliche Insel. Hier ein ehrlicher Überblick.
Januar & Februar: 9–12°C, viel Regen, kaum Touristen. Die meisten Hotels und Restaurants geschlossen. Für Strandurlauber ungeeignet – wer die Insel in absoluter Ruhe erleben möchte, findet sie hier in ihrer ursprünglichsten Form.
März & April: 17–20°C, die Insel erwacht. Wildblumen, blühende Zitrusbäume, satte grüne Landschaften. Ideal für Stadtbesichtigungen und Ausflüge. Wassertemperatur noch zu kalt zum Baden – aber zum Spazieren und Erkunden perfekt. Günstige Preise.
Mai: Ca. 25°C, 9 Sonnenstunden, Wassertemperatur ca. 18–20°C. Die Badesaison beginnt. Noch ruhig, noch grün, noch günstig. Einer der schönsten Monate – genau der richtige Zeitpunkt für euren Besuch Ende Mai.
Juni: 29°C, kaum Regen, Wassertemperatur steigt auf 22°C. Warm, sonnig, Saison läuft an. Noch vor dem großen Hochsaisonansturm – ideal für Strände und Stadtbummel.
Juli & August: 31–32°C, praktisch kein Regen, bis zu 12 Sonnenstunden. Hochsaison – voll, teuer, laut. Wassertemperatur bis 24°C. Strände sind toll, mittags besser im Schatten bleiben. Abende in der Altstadt von Kerkyra sind magisch.
September & Oktober: 23–27°C, Meer noch warm bei 22–24°C, deutlich weniger Touristen. Einer der besten Reisezeiträume. Preise fallen, Atmosphäre entspannt sich. Oktober kann erste Regentage bringen.
November & Dezember: 14–17°C, Regen nimmt deutlich zu, viele Betriebe schließen. Für Strandurlauber ungeeignet. Wer die Insel ohne jeden Trubel erleben möchte – hier ist sie fast menschenleer.
Mit dem Mietwagen durch Korfu – Was man vorher wissen sollte
Korfu ist eine Insel die man mit dem Auto erkundet – nicht mit dem Bus, nicht mit dem Taxi. Die schönsten Strände, die versteckten Buchten und die Bergdörfer verteilen sich über die gesamte Insel, und viele davon sind ohne eigenes Fahrzeug kaum oder gar nicht erreichbar. Ein Mietwagen ist hier keine Frage des Komforts, sondern des Erlebnisses.
Wir haben unser Auto bereits über das Internet gebucht – das empfiehlt sich, denn wer frühzeitig bucht, spart oft deutlich. Eines sollte man dabei wissen: Auch wenn viele Anbieter im Flughafenterminal mit einem Schalter vertreten sind, befinden sich die eigentlichen Büros und die Fahrzeuge häufig außerhalb des Flughafengebäudes. Bei uns waren es etwa 500 Meter zu Fuß mit dem Gepäck bis zur großen Kreuzung – kein Drama, aber mit schweren Koffern und nach einem langen Flug sollte man das wissen. Die Abwicklung selbst lief reibungslos.
Was das richtige Auto angeht: Korfu ist bergig. Sehr bergig. Abseits der Hauptstadt variieren die Straßenqualitäten stark – schmal, kurvenreich, im Bergland oft ungesichert und mit losem Schotter. Wir empfehlen deshalb einen Mini-SUV mit gutem Antrieb – kein Stadtflitzer, sondern etwas das auch auf einer unbefestigten Piste zu einem Strand noch mitspielt. Wer in den Bergen unterwegs ist, sollte vor unübersichtlichen Kurven hupen – das ist auf Korfu schlicht gute Fahrpraxis.
Noch eine Besonderheit die man kennen sollte: Die Straße direkt am Flughafen verläuft unmittelbar hinter der Start- und Landebahn – wenn Flugzeuge landen oder starten, wird der Verkehr per Ampel geregelt. Klingt ungewöhnlich, ist es auch – aber man gewöhnt sich schnell daran.
Die Fahrt vom nördlichen Teil der Insel in den Süden dauert etwa zwei Stunden. Das klingt nach viel, ist aber auf einer Insel dieser Größe normal – und die Strecken sind landschaftlich so schön, dass man sie kaum als Fahrtzeit wahrnimmt. Olivenhaine, Meerblicke, kleine Dörfer – Korfu ist auch durch die Windschutzscheibe ein Erlebnis.
Tipp: Frühzeitig buchen lohnt sich. Im Durchschnitt kostet ein Mietwagen auf Korfu ca. 28 € pro Tag – wer rechtzeitig bucht, bekommt es oft deutlich günstiger. Auf ausreichenden Versicherungsschutz achten, und die Bedingungen des Anbieters vor der Buchung genau lesen.
Ypsos – Praktisch gelegen, aber kein klassisches Korfu-Feeling
Ypsos war für uns nicht das Ziel – sondern der Ausgangspunkt. Wir haben uns den Ort hauptsächlich wegen unseres Hotels ausgesucht, und als Basis für die Erkundung der Insel funktioniert er gut. Aber wer Ypsos als Urlaubsdestination mit griechischem Flair erwartet, wird enttäuscht sein.
Der Ort liegt an der Ostküste Korfus, etwa 12 Kilometer von der Hauptstadt Kerkyra entfernt, eingerahmt von Hügeln mit Oliven- und Zitrusbäumen. Das klingt idyllischer als es ist. Denn direkt am Wasser verläuft die Hauptstraße – und damit auch der Lärm. Der Strand ist schmal, besteht aus Kies und Sand, hat ein paar Liegenanbieter, aber nichts was einen vom Hocker reißt. Kristallklares Wasser, ja – aber als Strandziel gibt es auf Korfu deutlich schönere Optionen.
Entlang der Promenade reihen sich Restaurants, Tavernen, Cafés und Bars aneinander. Die Auswahl ist groß – aber die Qualität variiert stark. Wer authentische Tavernen abseits des Touristenstroms sucht, muss ein bisschen tiefer ins Dorf oder in die Nebenstraßen gehen.
Was Ypsos hingegen wirklich gut kann: als Basis funktioniert es ausgezeichnet. Die Lage ist zentral genug um die Insel nach Norden und Süden zu erkunden, der Pantokrator – der höchste Berg Korfus – erhebt sich direkt dahinter und bietet bei klarer Sicht einen Blick bis nach Albanien. Parkplätze gibt es, die Anbindung ist gut.
Kurz gesagt: Ypsos ist praktisch, aber kein Ort wo man sich in Korfu verliebt. Wer Ruhe und Ursprünglichkeit sucht, schaut sich besser nach einem kleineren Ort um. Wer eine günstige, zentrale Basis mit allem Notwendigen braucht – hier ist man richtig.
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La Maison Corfu – Kleines Boutique-Hotel mit Hund, Pool und Ruhe
Die Suche nach dem richtigen Hotel auf Korfu hat uns eine Weile beschäftigt. Die Anforderungen waren klar: nicht zu groß, ruhig, zentral genug um die Insel zu erkunden – und vor allem: hundefreundlich. Wer mit Hund reist weiß, wie schnell die Auswahl zusammenschrumpft. Beim La Maison Corfu wurden wir fündig.
Das Hotel liegt in Ypsos, einem kleinen Küstenort an der Ostküste der Insel, etwa 12 Kilometer vom Flughafen und wenige Minuten zu Fuß vom Strand entfernt. Kein Hochhaushotel, keine Massentourismusanlage – sondern ein Familienbetrieb mit 20 Zimmern, der genau so funktioniert wie man es sich von einem kleinen Boutique- Hotel erhofft. Hunde sind willkommen, gegen einen Aufpreis von 10 € pro Tier und Tag. Assistenztiere sind kostenlos. Das stand so auf der Website – und genau das hat uns überzeugt, zusammen mit den Bewertungen und den Fotos der Anlage.
Was man auf den Bildern sieht, stimmt auch in der Realität: Die Poolanlage ist wirklich schön – gepflegt, mit ausreichend Liegen, ohne dass man sich um einen Platz kämpfen muss. Das Grün ringsum, die ruhige Atmosphäre, der Blick aus dem Zimmer auf Bäume statt auf Beton – das alles trägt dazu bei, dass man hier wirklich abschaltet.
Die Zimmer sind groß genug, die Matratzen bequem, die Klimaanlage funktioniert zuverlässig. Jedes Zimmer verfügt über einen Balkon oder eine Terrasse, eine Minibar und Regendusche. Das Personal war durchgehend freundlich und hilfsbereit – nicht aufgesetzt, sondern auf die Art wie man es in einem Familienbetrieb erwartet.
Allerdings sind uns einige Kleinigkeiten aufgefallen, die bei diesem Preisniveau nicht sein sollten: Der Halter für Duschgel und Shampoo im Badezimmer war locker und nicht stabil. Die Beleuchtung neben dem Bett ließ sich nicht seitlich festdrehen – ebenfalls wackelig. Und wenn man nachts auf die Toilette geht und danach das Wasser laufen lässt, kommt ein Kanalgeruch aus dem Abfluss – man muss die Badezimmertür schließen damit es sich nicht im Zimmer verbreitet. Kleine Dinge, ja – aber bei 165 € pro Nacht erwartet man, dass jemand das Zimmer vor der Ankunft des Gastes kontrolliert und solche Mängel behebt.
Das Frühstück ist solide – ein Buffet, ausreichend Auswahl, nichts Spektakuläres aber ein guter Start in den Tag. Tagsüber gibt es Snacks.
Fazit: Wer ein ruhiges, kleines Hotel sucht und keine Partyanlage braucht – hier ist man richtig.
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Bahia Mare Beach Club – Einer der schönsten Beach Clubs auf Korfu
Vom Bahia Mare hatten wir online gelesen und wollten uns selbst ein Bild machen. Der Beach Club liegt am Barbati Beach, einem der beliebtesten Strände an der Ostküste Korfus – eingerahmt von grünen Bergen die sich im türkisblauen Wasser spiegeln. Das erste was man merkt: der Weg dorthin. Von der Hauptstraße geht es eine schmale Zufahrt hinunter – eng genug, dass zwei Autos kaum aneinander vorbeikommen. Wer entgegenkommenden Fahrzeugen begegnet, nutzt am besten die kleinen Nischen am Straßenrand um Platz zu machen. Kein Drama, aber gut zu wissen wenn man zum ersten Mal kommt.
Direkt beim Beach Club gibt es einen Parkplatz – ein Mitarbeiter empfängt einen bereits am Eingang und weist einem den Stellplatz zu. Das macht die Ankunft unkompliziert, auch wenn die Zufahrt eng ist.
Wir waren an einem Sonntag ohne Reservierung dort – und das war ein Fehler. Alles ausgebucht. Kein einziger Platz frei. Wer hierher will, reserviert im Voraus, besonders am Wochenende und in der Hauptsaison. Wir haben gleich vor Ort für den nächsten Tag reserviert und kamen dann entspannt wieder.
Der Strand selbst besteht aus großen Kieselsteinen – kein Sandstrand. Wer weichen Sand unter den Füßen erwartet, sollte das wissen. Aber das Wasser ist dafür kristallklar und tief türkisblau – Barbati gehört zu den schönsten Buchten Korfus, und das sieht man sofort.
Die Preise sind für Anfang Juni ambitioniert: ein Set aus zwei Liegen und einem Sonnenschirm kostet in der ersten Reihe 25 €, in allen anderen Reihen 20 €. Ein Frappé 4,50 €. Das ist kein Schnäppchen – aber der Club hat eine Qualität die es rechtfertigt. Weiß gestaltete Anlage, gute Musik, gepflegte Atmosphäre, freundlicher Service. Wer Musik und Stimmung mag, reserviert nahe der Bar. Wer lieber Ruhe hat, nimmt einen Platz in der letzten Reihe links – dort ist es deutlich ruhiger.
Zum Mittagessen haben wir ein Rindersteak mit gegrilltem Gemüse bestellt – 27 € und köstlich. Die Küche ist mediterran, die Portionen ordentlich, die Qualität stimmt. Kein typisches Strandlokal das mit aufgewärmter Tiefkühlware arbeitet, sondern echter Genuss direkt am Meer.
Ein klarer Nachteil den man kennen sollte: Es gibt nur zwei Toiletten für den gesamten Club. An einem vollen Tag kann das zu Wartezeiten führen – für eine Anlage dieser Größe und dieses Preisniveaus ist das ehrlich gesagt zu wenig.
Fazit: Bahia Mare ist einer der schönsten Beach Clubs auf Korfu – gut organisiert, schöne Lage, gutes Essen. Aber unbedingt im Voraus reservieren und die Toilettensituation im Hinterkopf behalten.
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Als Restaurant – Griechische Taverne direkt am Strand von Ypsos
In Ypsos gibt es viele Restaurants direkt an der Hauptstraße – laut, mit Blick auf den Verkehr und wenig Atmosphäre. Das Als Restaurant ist anders. Es liegt etwas zurückgesetzt von der Straße, direkt am Strand, mit einem schönen freien Blick aufs Meer. Genau das war der Grund warum wir uns hier hingesetzt haben – und es war die richtige Wahl.
Das Lokal ist groß, die Einrichtung typisch griechische Taverne: einfache Tische und Stühle, unkompliziert und gemütlich. Was sofort auffällt ist die Musik – im Hintergrund läuft klassische griechische Instrumentalmusik, ruhig und angenehm. Kein aufgedrehter Sommerbeat, kein Touristenradio. Das trägt viel zur Atmosphäre bei und macht den Abend entspannter als man es in Ypsos erwartet hätte.
Die Bedienung war korrekt – aber nicht das was man von einem griechischen Restaurant erwartet. Eher kühl und distanziert, ohne die Herzlichkeit die man von anderen Tavernen auf Korfu gewohnt ist. Man wird bedient, Fragen werden beantwortet – aber das Gefühl von Gastfreundschaft das anderswo selbstverständlich ist, fehlt hier. Kein Grund das Restaurant zu meiden, aber wer warmen Service erwartet, könnte enttäuscht sein.
Wir haben mehrere Vorspeisen bestellt – Saganaki, Halloumi mit Honig und ganze Garnelen in Tomatensauce. Alles hat gut geschmeckt, die Garnelen in Tomatensauce besonders. Eine Vorspeise die man nicht überall bekommt und die zeigt, dass hier mit etwas Liebe gekocht wird. Auch die Hauptspeisen haben überzeugt.
Preislich liegt das Als auf dem üblichen Niveau für Ypsos – Touristenpreise, wie überall entlang der Promenade. Aber für das was man bekommt – Lage, Qualität, Atmosphäre – stimmt das Verhältnis. Wer in Ypsos essen geht und nicht direkt an der Straße sitzen möchte, ist hier gut aufgehoben. Eine klare Empfehlung.
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Marea Seaside – Modern, frisch und direkt am Wasser in Ypsos
Direkt neben dem Als Restaurant liegt das Marea Seaside – und die beiden könnten unterschiedlicher kaum sein. Gleiche Lage, gleicher Meerblick, ähnliche Preise – aber eine komplett andere Atmosphäre. Wo das Als auf klassische Taverne setzt, ist das Marea modern eingerichtet, hell, klar, mit zeitgemäßer Musik im Hintergrund. Wer sich nicht entscheiden kann: beide sind einen Besuch wert, und genau das macht den Reiz aus.
Das Marea liegt abseits der Hauptstraße, direkt am Wasser – kein Verkehrslärm, nur das Ionische Meer vor einem. Der Ausblick ist schön, die Atmosphäre entspannt und einladend. Das Restaurant öffnet bereits morgens mit Kaffee und geht bis in den Abend – ein guter Ort also zu verschiedenen Tageszeiten.
Die Bedienung war sehr freundlich und aufmerksam. Das Essen hat sehr gut geschmeckt – mediterran inspiriert, mit frischen Zutaten und einem klaren Fokus auf Meeresfrüchte und Fisch. Aber was uns besonders aufgefallen ist: das gleiche Gericht schmeckt in Griechenland überall anders. Sogar im selben Ort. Jeder Koch bringt seine eigene Handschrift mit – andere Gewürze, andere Zubereitung, eine andere Note. Das ist keine Schwäche, sondern einer der schönsten Aspekte der griechischen Küche. Es macht jedes Essen zu einem eigenen Erlebnis, auch wenn man dasselbe Gericht schon anderswo probiert hat.
Preislich liegt das Marea auf dem gleichen Niveau wie das Als nebenan – Touristenpreise, wie überall in Ypsos, aber für die Qualität und die Lage absolut vertretbar. Wer einen schönen Abend am Wasser mit gutem Essen und modernem Ambiente sucht, ist hier genau richtig.
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Das Achilleion – Sissis Traumpalast auf Korfu
Wer auf Korfu ist, kommt am Achilleion kaum vorbei – dem Palast, den Kaiserin Elisabeth von Österreich, besser bekannt als Sissi, zwischen 1890 und 1892 erbauen ließ. Wir sind nach dem Frühstück aufgebrochen, der Weg dorthin war im Vergleich zu anderen Straßen auf Korfu noch gut befahrbar. Direkt gegenüber dem Eingang gibt es einen Parkplatz – Anfang Juni waren noch Plätze frei. Im Hochsommer sollte man das anders einplanen.
Aber zuerst zur Geschichte, denn ohne sie versteht man das Achilleion nicht wirklich. Sissi besuchte Korfu zum ersten Mal 1861 und war von der Insel sofort fasziniert. Dreißig Jahre später, nach dem Suizid ihres Sohnes Rudolf, wurde die Sehnsucht nach diesem Rückzugsort übermächtig. Sie ließ den Palast vom italienischen Architekten Raffaele Carito errichten und benannte ihn nach Achilles – ihrem Lieblingshelden der griechischen Mythologie, dessen Kraft und Schönheit sie verehrte. Das Achilleion war ihr persönlicher Zufluchtsort, weit weg vom starren Wiener Hof. Sechs Jahre nach der Fertigstellung gab sie Korfu allerdings auf. 1898 wurde sie in Genf ermordet. Nach ihrem Tod ging der Palast an ihre Tochter Gisela, die ihn 1907 an Kaiser Wilhelm II. verkaufte.
Heute ist nur der Garten zugänglich – das Innere des Palastes wird derzeit renoviert. Der Eintritt kostet 7 € für Erwachsene und 5 € für Senioren. Wer mit einem Rollstuhlfahrer kommt: der Bereich vor dem Haus ist barrierefrei zugänglich, aber der obere Teil des Gartens ist nur über Treppen erreichbar.
Der Garten selbst ist wunderschön – gepflegt, ruhig, mit altem Baumbestand und einem beeindruckenden Blick auf das Ionische Meer. Zwei Achilles-Statuen sind zu sehen: die berühmte sterbende Achilles-Statue aus Marmor, die Sissi 1884 aufstellen ließ, sowie eine zweite imposante Bronzestatue des siegreichen Achilles. Man versteht sofort warum Sissi sich hier wohlgefühlt hat – die Ruhe, das Grün, der Ausblick. Es strahlt Frieden aus, auch über hundert Jahre später.
Direkt am Ausgang gibt es einen kleinen Kiosk – unbedingt den Spinat-Käse- Blätterteig probieren und die Bougatsa, beides sehr gut. Das Frappé hingegen hat uns nicht überzeugt – lieber woanders einen Kaffee trinken.
Der Besuch lohnt sich, auch wenn das Innere aktuell nicht zugänglich ist. Für Geschichtsinteressierte und Sissi-Fans sowieso – aber auch für alle die einfach einen schönen Morgen in einem außergewöhnlichen Garten verbringen möchten.
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Kloster Paleokastritsa – Eines der schönsten Klöster Griechenlands
Wer die Gegend von Paleokastritsa erkundet, kommt am Kloster nicht vorbei – und das ist gut so. Es liegt auf einer schmalen Landzunge hoch über dem Meer, eingebettet in üppiges Grün, und gehört zu den eindrucksvollsten Orten auf Korfu.
Man kann mit dem Auto bis nach oben fahren oder zu Fuß hochgehen – wer fit ist und die Aussicht genießen möchte, sollte laufen. Die Straße ist eng, und der Verkehr wird durch eine Ampel geregelt die abwechselnd Hoch- und Runterfahrenden Vorfahrt gibt. Klingt ungewöhnlich, funktioniert aber gut. Direkt vor dem Eingang gibt es eine Aussichtsplattform mit einem wunderschönen Blick auf das Ionische Meer und die Buchten darunter.
Zur Geschichte: <br>Das Kloster wurde bereits im Jahr 1228 gegründet – der Überlieferung nach vom Mönch Euthymios Midas, an der Stelle wo eine Ikone der Jungfrau Maria gefunden worden sein soll. Die heutigen Gebäude stammen allerdings größtenteils aus dem 18. Jahrhundert. Offiziell heißt es Moni Panagia Theotokos – Kloster der Gottesmutter. Ein aktives orthodoxes Männerkloster, das bis heute von Mönchen bewohnt wird.
Der Innenhof ist von Bogengängen umgeben, bepflanzt mit Blumen und Kräutern – gepflegt, ruhig, fast meditativ. Für uns persönlich eines der schönsten Klöster die wir je besucht haben. Die kleine Kirche im Inneren ist ebenfalls sehenswert – schlicht, aber mit einer Atmosphäre die einen innehalten lässt. Daneben gibt es ein kleines Museum mit byzantinischen Ikonen, Kirchengefäßen und Messbüchern.
Frauen mit freien Schultern bekommen am Eingang ein Tuch zum Umhängen – das ist selbstverständlich und kein Problem. Der Eintritt ist kostenlos, eine kleine Spende ist willkommen. Es gibt außerdem einen Souvenirladen direkt im Kloster.
Ein schönes Detail für alle die Mythologie mögen: Der Fels im Meer direkt gegenüber dem Kloster soll laut Überlieferung das versteinerte Schiff des Odysseus sein. Der Sage nach brachten die Phäaken Odysseus nach Ithaka – und Poseidon verwandelte ihr Schiff aus Zorn zu Stein. Ob man das glaubt oder nicht: der Ausblick auf diesen Felsen vom Kloster aus ist jedenfalls unvergesslich.
Ein Besuch sehr zu empfehlen – am besten morgens wenn es noch ruhig ist, bevor die Reisebusse eintreffen.
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Kloster Vlacherna – Wo Flugzeuge über ein Wahrzeichen donnern
Es gibt Orte die man im Internet sieht und unbedingt selbst erleben möchte – das Kloster Vlacherna auf Korfu ist so ein Ort. Für mich als Flugzeugfan war der Reiz besonders groß: das Kloster liegt direkt neben der Landebahn des Flughafens Korfu, und die Maschinen ziehen beim Landeanflug so tief darüber hinweg, dass man den Sog spürt. Das ist kein gewöhnlicher Kirchenbesuch.
Das Kloster liegt nicht weit von der Korfu Stadt entfernt, auf der Halbinsel Kanoni – etwa 20 Autominuten vom Zentrum. Vor Ort gibt es einen großen, kostenlosen Parkplatz. Von dort läuft man zum Ufer und dann über einen schmalen Steinsteg zur kleinen Klosterinsel hinüber. Auf dem Weg dorthin – ein Moment der in Erinnerung bleibt: Fischerboote lagen am Steg, und aus einem spielte griechische Musik. Einfach, ungestellt, authentisch. Genau die Art von Moment für die man reist.
Das Kloster selbst – offiziell Panagia tou Vlachernon – wurde um 1700 erbaut, in strahlendem Weiß mit rotem Ziegeldach und einem markanten Glockenturm. Es ist nicht groß: eine kleine Kapelle, ein Innenhof, ein Souvenirladen. Seit den 1980er Jahren steht es weitgehend leer – nur ein paar Katzen haben es noch in Besitz. Für gelegentliche Hochzeiten und Feste wird es genutzt, und die kleine Kapelle ist zugänglich. Eintritt ist kostenlos.
Ein Filmfakt für alle die es interessiert: 1981 diente das Kloster als Kulisse für den James-Bond-Film "In tödlicher Mission" – eine der berühmtesten Szenen spielt genau hier. Wer den Film kennt, schaut mit anderen Augen auf diesen Ort.
Auf dem Festland direkt gegenüber gibt es ein Café-Restaurant mit einer wunderschönen Terrasse – von dort hat man den perfekten Blick auf das Kloster und auf die landenden Flugzeuge. Ein schöner Ort um sich hinzusetzen, etwas zu trinken und das Schauspiel zu beobachten. Etwa alle 15 Minuten donnert eine Maschine vorbei – für Flugzeugfans ein absolutes Erlebnis.
Wer noch etwas mehr Zeit hat: Vom Kloster legen auch kleine Boote zur Mäuseinsel Pontikonisi ab – für ca. 2,50 € eine kurze Überfahrt zu einer weiteren kleinen Klosterinsel, die angeblich ein Lieblingsort von Kaiserin Sissi war.
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Die Altstadt von Korfu – UNESCO-Weltkulturerbe mit venezianischem Flair
Wer auf Korfu ist, sollte sich einen Nachmittag für die Altstadt von Kerkyra nehmen – und zwar unbedingt. Von Ypsos aus dauert die Fahrt je nach Verkehr etwa 30 Minuten. Unser Tipp: versucht zwischen 15 und 16 Uhr dort zu sein – abends wird es voller und die Parkplätze knapper. Der Gemeinde-Parkplatz in der Nähe der Altstadt ist die beste Wahl: groß, günstig mit nur 3 € und gut gelegen. Achtet beim Einfahren auf die links gekennzeichnete Einfahrt für die Warteschlange – wer das übersieht, steht schnell falsch.
Was einen erwartet: eine der schönsten Altstädte Griechenlands. Seit 2007 steht Kerkyra auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste – und das zurecht. Vier Jahrhunderte venezianische Herrschaft haben ihre Spuren hinterlassen: enge gepflasterte Gassen, pastellfarbene Fassaden, Bogengänge, Balkone mit schmiedeeisernen Geländern. Dazu französische und britische Einflüsse aus späteren Epochen. Das Ergebnis ist eine Stadt die sich von allen anderen griechischen Städten unterscheidet – und das auf eine sehr schöne Art.
Die Gassen sind voll mit Souvenirläden, Schmuckläden und Boutiquen. Die Verkäufer sind ein wenig aufdringlicher als anderswo in Griechenland – lasst euch davon nicht stressen, einfach freundlich weiterlaufen. Dazwischen gibt es viele Cafés und Restaurants für eine Pause.
Zwei Sehenswürdigkeiten sollte man sich nicht entgehen lassen:
Die Alte Venezianische Festung liegt auf einer felsigen Halbinsel im Osten der Stadt, durch einen künstlichen Wassergraben vom Rest getrennt. Sie wurde im 15. Jahrhundert von den Venezianern erbaut und diente Jahrhunderte lang als Verteidigungsanlage gegen osmanische Angriffe. 1716 wurde hier die Belagerung durch 65.000 osmanische Soldaten erfolgreich abgewehrt – ein Sieg der bis heute gefeiert wird. Der Aufstieg lohnt sich allein wegen des Panoramablicks über die gesamte Altstadt. Eintritt 5 €, geöffnet Mittwoch bis Montag von 8 bis 15 Uhr.
Die Kirche des Heiligen Spyridon liegt etwas versteckt in den Altstadtgassen – erkennbar am markanten roten Glockenturm. Sie wurde im 16. Jahrhundert erbaut und beherbergt die Reliquien des Schutzheiligen der Insel, in einem kostbaren Silberschrein. Die Einheimischen verehren Spyridon tief – der Überlieferung nach hat er Korfu mehrfach vor Pest, Hunger und osmanischer Belagerung bewahrt. Eintritt kostenlos.
Zum Essen empfehlen wir das Elia Restaurant – gute Küche, angenehme Atmosphäre, mitten in der Altstadt.
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Die Alte Venezianische Festung – Korfus markantestes Wahrzeichen
An einem frühen Nachmittag haben wir uns entschieden die Alte Festung zu besichtigen. Geparkt haben wir am Gemeinde-Parkplatz nahe der Altstadt – von dort ist es ein kurzer Fußweg zur Festungsbrücke. Ein Tipp vorab: Wasser mitnehmen. Die Sonne war noch stark und es erwartet einen ein guter Aufstieg bis zum Leuchtturm. Festes Schuhwerk ist ebenfalls empfehlenswert.
Zur Geschichte: Die Alte Festung – griechisch Paleo Frourio – thront auf einer felsigen Halbinsel im Osten der Altstadt, getrennt vom Rest der Stadt durch den künstlichen Meereskanal Contrafossa. Schon in byzantinischer Zeit war diese Landzunge befestigt – die eigentliche Stadtbevölkerung lebte lange Zeit innerhalb dieser Mauern. Die Venezianer übernahmen die Festung im 14. Jahrhundert und bauten sie massiv aus. Was sie schufen, hielt allen drei großen osmanischen Belagerungen stand – 1537, 1571 und 1716. Die letzte Belagerung war die gefährlichste: 65.000 osmanische Soldaten standen vor den Mauern. Ein heftiger Sturm und – so die Überlieferung – die Erscheinung des Heiligen Spyridon trieben sie in die Flucht. Später prägten die Briten die Festung weiter: sie rissen Teile nieder und errichteten unter anderem die neoklassizistische St.-Georgs-Kirche im Stil eines dorischen Tempels – ungewöhnlich für eine Kirche, aber beeindruckend.
Der Eintritt kostet 10 € für Erwachsene – EU-Bürger unter 25 Jahren kommen kostenlos rein. In der Festung gibt es ein kleines Museum mit byzantinischen Ikonen, Skulpturen und historischen Artefakten. Toiletten sind unten vorhanden. Plan etwa zwei Stunden ein wenn ihr alles in Ruhe erkunden möchtet.
Die Festung selbst ist nicht spektakulär im Sinne von perfekt erhalten oder prunkvoll ausgestattet – vieles ist Ruine, vieles bruchstückhaft. Aber genau das hat seinen eigenen Reiz. Man spürt das Alter dieser Anlage.
Was allerdings wirklich grandios ist: der Aufstieg zum Leuchtturm auf dem höchsten Punkt der Festung. Von dort oben hat man einen 360-Grad-Blick über die gesamte Altstadt, das Ionische Meer, den Hafen und die umliegenden Hügel. Der Sideros-Leuchtturm – heute noch in Betrieb – war übrigens so ikonisch für Korfu, dass er bis zur Euro-Umstellung im Jahr 2002 auf dem griechischen 500-Drachmen-Schein abgebildet war. Für diesen Ausblick allein lohnt sich der Besuch.
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